Volksschule Velburg |
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Lengenfeld (481, ü. NN.),
ein ländlich geprägter Ort, im Tal der Schwarzen Laaber, liegt Der Ortsname verrät, dass bei einem Ort ein langes Feld gewesen sein muß, auf dem in fränkischer Zeit sich die Krieger versam- melten, wenn es im Frühjahr in den Krieg ging oder im Herbst der Feldzug zu Ende war. Dabei fand jedesmal ein Vorbeiritt, also eine Truppenparade statt. Darauf geht wahrscheinlich der Martinspferdeumritt zurück, der vor Jahren mit einer Pferde- und Viehsegnung verbunden war. (Dieser Martiniritt wird seit einigen Jahren wieder regelmäßig durchgeführt.) Lengenfeld lag an einer Frankenstraße vom Königshof Lauterhofen nach See, das damals Martinessee hieß, nach Deuerling und zum Herzogshof Regensburg. Zu beachten ist auch das Patrozinium der Lengenfelder Kirche mit dem Frankenheiligen Martinus. Das
Dorf Lengenfeld gehörte zur Herrschaft Helfenberg, hatte im Ort aber selbst einen
Edelsitz. Schon 1196 werden im Kloster Ensdorf ein Heinrich und Sigfrid von Lengenvelt
genannt. 1240 hören wir unter den hohenfelsischen Dienstleuten von einem Plebanus
(Pfarrer) von Lengenvelt, aber nicht mehr von dem Geschlecht der Lengenfelder. Dafür
werden nun die Herren von Buch (= Mendorferbuch) seit 1290 auf dem Sitz in Lengenfeld in
den Urkunden genannt. Diesen folgen in den nächsten 400 Jahren nicht weniger als 17
weitere Geschlechter. Schließlich verkaufte 1691 ein Herr von Hallerstein das
Landsassengut Lengenfeld an den Grafen von Tilly. Bis dahin amtierten die Pfleger und
Gerichtsschreiber der Tillyherrschaft im Schloss Helfenberg (s.d.), jetzt erhielten sie
den 'Sitz' in Lengenfeld zugewiesen. Einer der Pfleger soll genannt werden, Johann
Panzer, der Begründer des Wallfahrtskirchleins
auf dem Habsberg. Ihm ließ die Muttergottes Hilfe in seinem
Leiden zukommen. Das Votivbild Panzer steht
heute noch auf dem Habsberg.
Unter Häusern in Legenfeld gibt es unterirdische Gänge, sog. Zwerglöcher oder Schrazellöcher. Pfarrkirche St.Martin in Lengenfeld
Im Jahre 1625 wurde die Rekatholisierung Lengenfelds eingeleitet und ab 1628 gehört der Ort zu Kurbayern: Kirche und Ortschaft erlitten schwere Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg.Viele Ortsbewohner mußten ihr Leben lassen. Der einzige Pfarrer der Gegend war in Deining zu finden und betreute von hier aus das Umland. Zwischen 1693 und 1696 erfolgte eine barockisierende Umgestaltung der mittelalterlichen Wehrkirche. Die Plannung und Bauausführung könnte ebenfalls von Georg Martin Puchtler stammen, der wie für Günching als "Maurermeister zu Lengenfeld" bezeichnet wird. Am 15. September 1747 fand durch Weihbischof Johann Godefrid die Weihe der Pfarrkirche statt (Graf 1875, S.216; Buchner 1938, S.84). Hierbei wurden Reliquen der Heiligen Bonifatius, Magnus und Fortunatus in den Hochaltar eingemauert.Außenbau Raum
Der die Breite und Scheitelhöhe einnehmende Hochaltar präsentiert eine ausdrucksvolle Architektur. Sechs komposite Säulen mit vergoldeten Basen und Kapitellen bilden den organischen Rahmen des Altaraufbaus. Das Altarblatt veranschaulicht die Verehrung der Muttergottes mit ihrem Kind durch den hl. Martin. Es ist das erste Altarbild, das Hans Georg Asam in der Oberpfalz malte. Besonders interessant sind die Inhalte, die im Bild dargestellt sind: Im linken unteren Bildteil hält ein Engel eine Tafel, die die frühere Ansicht des Schlosses Helfenberg vor seiner Brandschatzung im Jahr 1796 zeigt. Das Altarblatt ist bezeichnet mit G. Asam 1703. Vor den schattennutigen Interkolumnien (Säulennischen) der Säulen stehen Heiligenfiguren. Die Seitenaltäre passen sich in Stil und Komposition dem Hochalter an. Die Altarblätter sind ebenfalls bei der Barockisierung der Lengenfelder Pfarrkirche entstanden und sind gemäß einer Notiz von Ph.M. Halm Arbeiten des Malers Johann Gebhard von Großprüfening. Gezeigt wird die Verklärung des hl. Sebastian und die Verehrung Christi durch die Heiligen Katharina und Dominikus. |
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| Schloss
Helfenberg - einst Prachtbau der gesamten Umgebung Nordöstlich von Lengenfeld, in unmittelbarer Nähe der Bundesautobahn Nürnberg Regensburg, liegt der 613 Meter hohe Helfenberg. Im Volksmund auch Schlossberg genannt. Hier befand sich seit dem 12. Jahrhundert die von den Grafen von Velburg (Graf Otto von Velburg) erbaute Burg Helfenberg. In der ältesten Helfenberger Urkunde, die im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München aufbewahrt wird, wird "Graf Ulrich von Velburg" als Besitzer der Burg genannt. Dieser übergibt im Jahr 1230 Schloss und Güter zu Helfenberg dem Bistum Regensburg (BayHStA München, Regensburger Hst.23). Ulrich von Velburg erhält dafür das Hochstift Regensburg. Der Regensburger Bischof Siegfried belehnte 1232 den Hohenfelser Konrad II. mit Helfenberg. Konrad II. von Hohenfels (1229 -1267), eine recht umstrittene Persönlichkeit, unternahm im Jahr 1250 ein mißglücktes Attentat auf König Konrad IV., als dieser sich zur Feier des Weihnachtsfestes im Kloster St. Emmeram in Regensburg aufhielt. Nach König Konrads IV. Tod (1254) begann in Deutschland die Zeit des Interregnums, "die kaiserlose, - die schreckliche Zeit". Die Familie Konrads II. von Hohenfels nannte sich später nach der von ihnen neugegründeten Burg Ehrenfels (bei Beratzhausen). Die Ehrenfelser waren etwa 140 Jahre lang die Besitzer von Helfenberg. 1370 verpfändete Hans der Ehrenfelser seine Anteil an der Burg Helfenberg samt Herrschaft, dazu das Besetzungsrecht an den Kirchen Lengenfeld und Günching an den Pfalzgrafen Rupprecht. Nachdem es Rupprecht gelungen war, auch die anderen Anteile an sich zu bringen, setzte er Pfleger auf die Burg Helfenberg. Im Landshuter Erbfolgekrieg wurde die Burg niedergebrannt. 1628 kam Helfenberg mit Burg und Herrschaft an den Herzog Maximilian I. von Bayern. Dieser schenkte sie (Burg und Herrschaft) seinem verdienten Feldherrn Graf Johann Tsercles von Tilly. (1631) Zur Herrschaft gehörten die Orte Großalfalterbach, Günching, Lengenfeld, Deusmauer, Habsberg und Wiesenacker. Zusätzlich wurden ihm am gleichen Tag die Ämter Freystadt, Hohenfels und Holnstein verliehen. Folgende Nachfolger traten jeweils das Tillysche Erbe an: Werner Txercles von Tilly (1632-1651),
Ernst Emmerich von Tylly (1651-1675), Ferdinand Lorenz Franz Xaver von Tilly (1687-1724). Neu- bzw. Umbau des Schlosses Helfenberg
F.X. von Tilly beauftragte Giovanni Antonio
Viscardi, den berühmten italienischen kurfürstlichen Barock- und Hofbaumeister mit dem
Neu- bzw. Umbau des Schlosses. Asam-Kunstwerke Plündernde Franzosen Der kurfürstliche Pflegebeamte und spätere Landrichter Wilhelm Strasser hat einen aus- führlichen Bericht über die Ereignisse von 1796 angefertigt (abgedruckt in Bayernland v. 1894, 323/324). Der Bericht beginnt mit dem Satz: "Unbeschreiblich und grenzenlos ist das Elend, in welches bei dem Einfall der Franzosen in unser unglückliches Vaterland die Untertanen des Amtes Helfenberg, besonders die Bewohner des Dorfes Lengenfeld und ich selbst, durch die beispiellose Raubsucht mehrerer Soldaten gestürzt wurden." Noch schlimmer aber kam es für Helfenberg
im Jahr 1807. Im Oktober jenes Jahres wurde das Schloss, das sich noch im besten baulichen
Zustand befand, durch öffentliche Versteigerung vom bayerischen Staat um 2200 fl. auf
Abbruch verkauft.
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Filialkirche St. Ägidius in
Die dritte
Asamkirche innerhalb dieser idyllischen Region an der Schwarzen Laaber ist St.Ägidius in
Harenzhofen. Unweit von Günching gelegen, ist die Ortschaft zu Fuß gut erreichbar. Das
versteckt am Ortsrand, malerisch inmitten grüner Wiesen stehende Kirchlein ist ein
Saalbau zu drei Fensterachsen und wurde ebenfalls von Georg Martin Puchtler von Lengenfeld
ab 1693 im Auftrag der Helfenberger Herrschaft errichtet und 1763 durch den Maurermeister
Georg Plankl renoviert.
Akzentvoll bekrönt ein polygonaler
Dachreiter mit Zwiebeldach die westliche Giebelfront. Die Außenwände sind äußerst
schlicht gehalten. In starkem Kontrast zu der eher nüchternen Architektur des Außenbaus
steht der dreijochige Wandpfeilerraum mit eingezogenem Chor in dreiseitigem Schluss. Er
ist ein Juwel des frühen Hochbarock. Die architektonische Konzeption des Raumes ist
stilgenetisch den Wandpfeilerkirchen des Traunsteiner Landes gegen Ende des 17.
Jahrhunderts von Hans Mayr d.Ä. und den Kirchen des Hochstifts Eichstätt von Giacomo
Angelini zuzuordnen. Im Gegensatz zu Puchtlers Kirchen von Günching und Lengenfeld sind
hier die schlanken Wandpfeiler mit toskanischen Kapitellen und mehrgliedrigem
Kämpferprofil, gemäß des vorgegebenen Raumvolumens, eher zurückhaltend in den Saal
einkomponiert. Eine optische Vergrößerung des Raumes wird somit erzielt.
Der am 18. Juli 1709
aufgerichtete Hochaltar zeigt im Altarblatt den Patron der Kirche, den W. Ägidius im
Gebet. Es ist ein Werk des bekannten Künstlers Hans Georg Asam. Der aus Athen stammende
hl. Agidlus verließ im 8. Jahrhundert seine Heimat, suchte die Einsamkeit und wirkte der
Legende nach als Einsiedler in den Wäldern Südfrankreichs, wo er von einer Hirschkuh
ernährt wurde. Bei einer Jagd wird versehentlich anstelle der Hirschkuh der Heilige durch
einen Pfeil getroffen. Auf Sühnebitten des Königs kommt es zur Gründung des Klosters
St. Gilles, wo Ägidius der erste Abt wird.
Den Chorbogen flankieren zwei
Seitenaltäre, die ebenfalls in die Zeit des Hochaltars um 1710 zu setzen sind. Sie sind
wie der Hochaltar Zweilsäulenretabel mit verkröpften Segmentgiebeln. Die in düsteren
Farben gemalten und wenig Bildtiefe vermittelnden Altarblätter schuf ebenfalls Hans Georg
Asam. Der rechte Seitenaltar würdigt den hl. Michael, dessen Rüstung bezeichnet ist mit:
1710 G. Asam. Der linke Seitenaltar ist der Heiligen Familie gewidmet und entstand unter
Mitwirkung von Cosmas Damian Asam.
Die Kanzel bildet einen Teil der Barockausstattung und hebt sich kontrastvoll von dem elfenbeinfarbenen Hintergrund des nördlichen Langhauspfeilers ab. Ihre braungrün melierte Brüstung wird durch Säulchen gegliedert, zwischen denen sich jeweils in Muschelnischen die Statuetten der Evangelisten befinden.
Filialkirche St. Nikolaus in Die 20 Minuten zu Fuß von Lengenfeld auf einer
Anhöhe in einem stillen Seitental liegende Ortschaft Rammersberg dürfte ursprünglich
als Burgstall für ein Adelsgeschlecht gedient haben. Bereits 1189 wird der Dienstmann des
Grafen Otto von Velburg, Otto von 'Ramsperg' erwähnt und 1191 fungiert Pilgrin von
'Ramesberg' als Zeuge im Kloster Ensdorf (Graf 1875, S. 222).
Die Rammersberger Kirche wurde an
Stelle einer mittelalterlichen Vorgängerkirche im Jahr 1654, also bereits sechs Jahre
nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges, errichtet. Sie ist ein schlichter Saalbau
mit Satteldach zu zwei Fensterachsen. Auf dem trutzigen Turmunterbau aus dem Mittelalter
wurde nun ein eingezogenes achteckiges Glockengeschoß mit Zwiebeldach aufgesetzt. Der
gegen 1680 entstandene Hochaltar verehrt im Schrein die lebensgroße Holzfigur des hl.
Nikolaus.
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