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Sehenswürdigkeiten der Stadtgemeinde Velburg

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Lengenfeld

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Geschichte Pfarrei/Kirche Schloss Helfenberg Asam in der Kirche
Kirche in Harenzhofen Kirche in Rammersberg Asam auf   Helfenberg

Quellenhinweise: Bilder u. Texte stammen aus dem Kirchenführer d. Pfarrei Günching u. Lengenfeld "Die Barockkirchen der Pfarreien Günching und Lengenfeld" sowie aus dem Buch "Juralandkreis Neumarkt i.d.OPf." und wurden freundlicher Weise für diesen Zweck kostenlos zur Verfügung gestellt.

Lengenfeld (481, ü. NN.), ein ländlich geprägter Ort, im Tal der Schwarzen Laaber, liegt bi_lef.jpg (27851 Byte)am Fuße des 621 m hohen Burgberges, direkt an der Bundesautobahn Nürnberg Regensburg, Ausfahrt Velburg - Lengenfeld. Politisch gehört der Ort mit seinem früheren Gemeindegebiet zur Stadt Velburg im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz.

Geschichte
Der Ortsname verrät, dass bei einem Ort ein langes Feld gewesen sein muß, auf dem in fränkischer Zeit sich die Krieger versam- melten, wenn es im Frühjahr in den Krieg ging oder im Herbst der Feldzug zu Ende war. Dabei fand jedesmal ein Vorbeiritt, also eine Truppenparade statt. Darauf geht wahrscheinlich der Martinspferdeumritt zurück, der vor Jahren mit einer Pferde- und Viehsegnung verbunden war. (Dieser Martiniritt wird seit einigen Jahren wieder regelmäßig durchgeführt.) Lengenfeld lag an einer Frankenstraße vom Königshof Lauterhofen nach See, das damals Martinessee hieß, nach Deuerling und zum Herzogshof Regensburg. Zu beachten ist auch das Patrozinium der Lengenfelder Kirche mit dem Frankenheiligen Martinus.

bi_lefa.jpg (22021 Byte)Das Dorf Lengenfeld gehörte zur Herrschaft Helfenberg, hatte im Ort aber selbst einen Edelsitz. Schon 1196 werden im Kloster Ensdorf ein Heinrich und Sigfrid von Lengenvelt genannt. 1240 hören wir unter den hohenfelsischen Dienstleuten von einem Plebanus (Pfarrer) von Lengenvelt, aber nicht mehr von dem Geschlecht der Lengenfelder. Dafür werden nun die Herren von Buch (= Mendorferbuch) seit 1290 auf dem Sitz in Lengenfeld in den Urkunden genannt. Diesen folgen in den nächsten 400 Jahren nicht weniger als 17 weitere Geschlechter. Schließlich verkaufte 1691 ein Herr von Hallerstein das Landsassengut Lengenfeld an den Grafen von Tilly. Bis dahin amtierten die Pfleger und Gerichtsschreiber der Tillyherrschaft im Schloss Helfenberg (s.d.), jetzt erhielten sie den 'Sitz' in Lengenfeld zugewiesen. Einer der Pfleger soll genannt werden, Johann Panzer, der Begründer des Wallfahrtskirchleins auf dem Habsberg. Ihm ließ die Muttergottes Hilfe in seinem Leiden zukommen. Das Votivbild Panzer steht heute noch auf dem Habsberg.

Unter Häusern in Legenfeld gibt es unterirdische Gänge, sog. Zwerglöcher oder Schrazellöcher.

Pfarrkirche St.Martin in Lengenfeld

bi_klef1.jpg (9397 Byte)Auf der südöstlichen Anhöhe des Ortes Lengenfeld erhebt sich die Pfarkirche St.Martin. Das westliche Portal trägt die Jahreszahl 1693, dennoch ist die Kirche in ihrer Grundsubstanz viel älter und stammt aus romanischer Zeit. Wie der Name St.Martin nahelegt, dürfte die Gründung während der fränkischen Kolonsiation erfolgt sein. Das Gotteshaus wäre also demnach als Eigenkirche des bereits ab 1140 nachzuweisenden  Adelsgeschlechtes derer von Helfenberg zu sehen. Der heutige Barockbau wurde über den Fundamenten der Vorgängerkirche errichtet - erkennbar an dem schmalen Langhaus. So lassen sich noch heute im Altarraum, im unteren Teil des Turmes sowie in den nördlichen und südlichen Außenwänden romanische Mauerfragmente nachweisen.

Für die Seelsorge durch einen Capellanus spricht auch die Einrichtung eines Siechhauses in Lengenfeld, das bereits 1307 genannt wird und zu dem Albrecht von Frikenhofen jährlich 3 Pfund Pfennig stiftet. 1361 ist der Beginn der 'series parochorum' und 1409 wird eine Frühmesse durch Kunigund Ohrt erwähnt.

Im Jahre 1625 wurde die Rekatholisierung Lengenfelds eingeleitet und ab 1628 gehört der Ort zu Kurbayern:

Kirche und Ortschaft erlitten schwere Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg.
Viele Ortsbewohner mußten ihr Leben lassen. Der einzige Pfarrer der Gegend war in Deining zu finden und betreute von hier aus das Umland.

Zwischen 1693 und 1696 erfolgte eine barockisierende Umgestaltung der mittelalterlichen Wehrkirche. Die Plannung und Bauausführung könnte ebenfalls von Georg Martin Puchtler stammen, der wie für Günching als "Maurermeister zu Lengenfeld" bezeichnet wird.

Am 15. September 1747 fand durch Weihbischof Johann Godefrid die Weihe der Pfarrkirche statt (Graf 1875, S.216; Buchner 1938, S.84). Hierbei wurden Reliquen der Heiligen Bonifatius, Magnus und Fortunatus in den Hochaltar eingemauert.

Außenbau
Der viergeschossige Turm prägt das Architekturbild Lengenfelds. Sein gegenüber den unteren Geschossen eingezogenes oktoganales (achteckiges) Glockengeschoß wird durch ein Zwiebeldach bekrönt. Das über längsrechteckigem Grundriß sich erhebende Langhaus ist mit einem Satteldach gedeckt.

Die zweigeschossige Westfassende ist dem Langhaus armierend vorgelegt und macht italienische Einflüsse geltend. Im Grundschema ihres Aufrisses zeigt die Schaufront ein querliegendes Rechteck, dem mittig ein oben abschließender Dreiecksgiebel aufgesetzt ist. Vier toskanische Pilaster (Wandpfeiler) gliedern das Untergeschoss in drei Achsen, so dass ein breites Mittelfeld und zwei etwas schmälere Seitenpartien entstehen. Flankiert wird der Giebel durch Volutenanschwünge ( Spiral- oder Schneckenform), die der Dachschräge vorgeblendet sind. Ein flachreliefierter Portikus dient als Haupteingang. Als Binnenmotive sind Rundbogennischen vorgesehen, in denen bis vor 40 Jahren große holzgeschnitzte Heiligenfiguren standen. Diese sind leider spurlos verschwunden.

Raum

bi_klef2.jpg (12097 Byte)Die St. Martinskirche ist eine dreijochige Wandpfeilerkirche. Das östliche Turmuntergesschoß beherbergt seit jeher den kreuzgratgewölbten Altarraum. Eine gewaltige Stichkappentonne überspannt den Hauptraum. Wie in Günching strukturieren quaderförmige und schwerplastische Wandpfeiler die Außenwände. Ihre Stirn wird durch rundbogige Figurennischen aufgelockert. Große Stichbogenfenster belichten das Innere und schaffen eine harmonische Raumatmosphäre.

Der die Breite und Scheitelhöhe einnehmende Hochaltar präsentiert eine ausdrucksvolle Architektur. Sechs komposite Säulen mit vergoldeten Basen und Kapitellen bilden den organischen Rahmen des Altaraufbaus. Das Altarblatt veranschaulicht die Verehrung der Muttergottes mit ihrem Kind durch den hl. Martin. Es ist das erste Altarbild, das Hans Georg Asam in der Oberpfalz malte.  Besonders interessant sind die Inhalte, die im Bild dargestellt sind:

Im linken unteren Bildteil hält ein Engel eine Tafel, die die frühere Ansicht des Schlosses Helfenberg vor seiner Brandschatzung im Jahr 1796 zeigt. Das Altarblatt ist bezeichnet mit G. Asam 1703. Vor den schattennutigen Interkolumnien (Säulennischen) der Säulen stehen Heiligenfiguren.

Die Seitenaltäre passen sich in Stil und Komposition dem Hochalter an. Die Altarblätter sind ebenfalls bei der Barockisierung der Lengenfelder Pfarrkirche entstanden und sind gemäß einer Notiz von Ph.M. Halm Arbeiten des Malers Johann Gebhard von Großprüfening. Gezeigt wird die Verklärung des hl. Sebastian und die Verehrung Christi durch die Heiligen Katharina und Dominikus.

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Schloss Helfenberg - einst Prachtbau der gesamten Umgebung

Nordöstlich von Lengenfeld, in unmittelbarer Nähe der Bundesautobahn Nürnberg Regensburg, liegt der 613 Meter hohe Helfenberg. Im Volksmund auch Schlossberg genannt. Hier befand sich seit dem 12. Jahrhundert die von den Grafen von Velburg (Graf Otto von Velburg) erbaute Burg Helfenberg.

In der ältesten Helfenberger Urkunde, die im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München aufbewahrt wird, wird "Graf Ulrich von Velburg" als Besitzer der Burg genannt. Dieser übergibt im Jahr 1230 Schloss und Güter zu Helfenberg dem Bistum Regensburg (BayHStA München, Regensburger Hst.23). Ulrich von Velburg erhält dafür das Hochstift Regensburg.

Der Regensburger Bischof Siegfried belehnte 1232 den Hohenfelser Konrad II. mit Helfenberg.

Konrad II. von Hohenfels (1229 -1267), eine recht umstrittene Persönlichkeit, unternahm im Jahr 1250 ein mißglücktes Attentat auf König Konrad IV., als dieser sich zur Feier des Weihnachtsfestes im Kloster St. Emmeram in Regensburg aufhielt. Nach König Konrads IV. Tod (1254) begann in Deutschland die Zeit des Interregnums, "die kaiserlose, - die schreckliche Zeit". Die Familie Konrads II. von Hohenfels nannte sich später nach der von ihnen neugegründeten Burg Ehrenfels (bei Beratzhausen). Die Ehrenfelser waren etwa 140 Jahre lang die Besitzer von Helfenberg.

1370 verpfändete Hans der Ehrenfelser seine Anteil an der Burg Helfenberg samt Herrschaft, dazu das Besetzungsrecht an den Kirchen Lengenfeld und Günching an den Pfalzgrafen Rupprecht. Nachdem es Rupprecht gelungen war, auch die anderen Anteile an sich zu bringen, setzte er Pfleger auf die Burg Helfenberg.

Im Landshuter Erbfolgekrieg wurde die Burg niedergebrannt.

1628 kam Helfenberg mit Burg und Herrschaft an den Herzog Maximilian I. von Bayern. Dieser schenkte sie (Burg und Herrschaft) seinem verdienten Feldherrn Graf Johann Tsercles von Tilly. (1631)

Zur Herrschaft gehörten die Orte Großalfalterbach, Günching, Lengenfeld, Deusmauer, Habsberg und Wiesenacker. Zusätzlich wurden ihm am gleichen Tag die Ämter Freystadt, Hohenfels und Holnstein verliehen.

Folgende Nachfolger traten jeweils das Tillysche Erbe an:

Werner Txercles von Tilly (1632-1651), Ernst Emmerich von Tylly (1651-1675), Ferdinand Lorenz Franz Xaver von Tilly (1687-1724).
Der höchste Beamte der Herrschaft Helfenberg war jeweils der vom Regenten bestellte Pfleger. Der bekannteste Tillysche Pfleger zu Helfenberg war Johann Panzer, der Gründer der Wallfahrt auf dem Habsberg.

Neu- bzw. Umbau des Schlosses Helfenberg

bi_lefh1.jpg (17574 Byte)Von Ferdinand Lorenz Franz Xaver von Tilly (1687-1724) wurde von 1699-1707 das Schloss Helfenberg umgebaut bzw. neu errichtet.

F.X. von Tilly beauftragte Giovanni Antonio Viscardi, den berühmten italienischen kurfürstlichen Barock- und Hofbaumeister mit dem Neu- bzw. Umbau des Schlosses.
Auf diese Weise entstand ein italiensch anmutender Palast aus zwei Flügeln und einem hohen Turm. Der ganze Bau ruhte auf riesigen Stützmauern, die besonders an der Nordseite bis heute einigermaßen erhalten gelieben sind. Nach einer alten Überlieferung soll das Tillysche Prachtschloss 365 Fenster besessen haben.

Asam-Kunstwerke
Im Inneren wurde das Schloss nach der Mode der Zeit mit Stukaturen und Malereien verziert. Die Malereien fertigte Hans Georg Asam aus München, der Vater der berühmten Asam-Brüder: Egid Qurin und Cosmas Damian Asam.
Hans Georg Asam wurde um das Jahr 1649 zu Rott am Inn geboren. Er war ein bedeutender Freskomaler. Die Gemälde in Schloss Helfenberg entstanden zwischen 1700 und 1707. Dargestellt waren wichtige Ereignisse der biblischen und der Weltgeschichte sowie Themen aus der griechischen Mythologie. Hans Georg Asam starb im März 1711 und wurde in Sulzbach begraben.
Das Altarbild für die Schlosskapelle malte 1703 ebenfalls Hans Georg Asam. Es ist zum Glück 1807 nicht verlorengegangen, sondern befindet sich heute als Hochaltarbild in der Pfarrkirche von Lengenfeld. Dieses Bild ist deshalb so wertvoll, weil Hans Georg Asam darauf die Ansicht des Schlosses Helfenberg festgehalten hat.

Plündernde Franzosen
Ein schwarzer Tag für Schloss Helfenberg und Lengenfeld war der 18. August 1796. An diesem Tag nämlich wurde der barocke Prachtbau von den bei Deining geschlagenen Franzosen überfallen und geplündert. In Lengenfeld gingen elf Häuser und zwölf Scheunen in Flammen auf. Die Feuersbrunst währte vier Tage. - Damit war das Ende des Schlossen gekommen!

Der kurfürstliche Pflegebeamte und spätere Landrichter Wilhelm Strasser hat einen aus- führlichen Bericht über die Ereignisse von 1796 angefertigt (abgedruckt in Bayernland v. 1894, 323/324). Der Bericht beginnt mit dem Satz: "Unbeschreiblich und grenzenlos ist das Elend, in welches bei dem Einfall der Franzosen in unser unglückliches Vaterland die Untertanen des Amtes Helfenberg, besonders die Bewohner des Dorfes Lengenfeld und ich selbst, durch die beispiellose Raubsucht mehrerer Soldaten gestürzt wurden."

Noch schlimmer aber kam es für Helfenberg im Jahr 1807. Im Oktober jenes Jahres wurde das Schloss, das sich noch im besten baulichen Zustand befand, durch öffentliche Versteigerung vom bayerischen Staat um 2200 fl. auf Abbruch verkauft.
Am Tag bevor das Zerstörungswerk begann - es war am zweiten Montag im Oktober -, wurde von den benachbarten Bürgern und Beamten im großen Prunksaal in einer rauschenden Ballnacht Abschied vom Schloss genommen.

bi_lefh2.jpg (16556 Byte)Schon wenige Wochen danach bot Schloss Helfenberg ein Bild des Grauens. Stück um Stück wurde das Bauwerk abgebrochen. - Das Tillywappen, das sich einmal am Hautpportal befand, kam durch Verfügung König Ludwigs I. von Bayern (1825-1848) nach Ingolstadt. Die lebensgroße Tilly-Statue, die sich einst im Hof des Schlosses Helfenberg befand, ist verschollen.
Der Altar der Schlosskapelle wurde auseinandergerissen: der obere Altaraufbau mit dem Altarbild kam nach Lengenfeld, der Tabernakel nach Günching.


Im Jahr 1849 war noch ein großer Teil der Schlossruine erhalten (s. Bild). Gegenwärtig verfallen die noch vorhandenen Mauerreste immer mehr. Niemand kümmert sich  um die noch erhaltenswürdigen Ruinen der ehemaligen Burganlage.

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Filialkirche St. Ägidius in

Harenzhofen

bi_khar1.jpg (17040 Byte)Die dritte Asamkirche innerhalb dieser idyllischen Region an der Schwarzen Laaber ist St.Ägidius in Harenzhofen. Unweit von Günching gelegen, ist die Ortschaft zu Fuß gut erreichbar. Das versteckt am Ortsrand, malerisch inmitten grüner Wiesen stehende Kirchlein ist ein Saalbau zu drei Fensterachsen und wurde ebenfalls von Georg Martin Puchtler von Lengenfeld ab 1693 im Auftrag der Helfenberger Herrschaft errichtet und 1763 durch den Maurermeister Georg Plankl renoviert.

Akzentvoll bekrönt ein polygonaler Dachreiter mit Zwiebeldach die westliche Giebelfront. Die Außenwände sind äußerst schlicht gehalten. In starkem Kontrast zu der eher nüchternen Architektur des Außenbaus steht der dreijochige Wandpfeilerraum mit eingezogenem Chor in dreiseitigem Schluss. Er ist ein Juwel des frühen Hochbarock. Die architektonische Konzeption des Raumes ist stilgenetisch den Wandpfeilerkirchen des Traunsteiner Landes gegen Ende des 17. Jahrhunderts von Hans Mayr d.Ä. und den Kirchen des Hochstifts Eichstätt von Giacomo Angelini zuzuordnen. Im Gegensatz zu Puchtlers Kirchen von Günching und Lengenfeld sind hier die schlanken Wandpfeiler mit toskanischen Kapitellen und mehrgliedrigem Kämpferprofil, gemäß des vorgegebenen Raumvolumens, eher zurückhaltend in den Saal einkomponiert. Eine optische Vergrößerung des Raumes wird somit erzielt.

bi_khar2.jpg (17721 Byte)Der am 18. Juli 1709 aufgerichtete Hochaltar zeigt im Altarblatt den Patron der Kirche, den W. Ägidius im Gebet. Es ist ein Werk des bekannten Künstlers Hans Georg Asam. Der aus Athen stammende hl. Agidlus verließ im 8. Jahrhundert seine Heimat, suchte die Einsamkeit und wirkte der Legende nach als Einsiedler in den Wäldern Südfrankreichs, wo er von einer Hirschkuh ernährt wurde. Bei einer Jagd wird versehentlich anstelle der Hirschkuh der Heilige durch einen Pfeil getroffen. Auf Sühnebitten des Königs kommt es zur Gründung des Klosters St. Gilles, wo Ägidius der erste Abt wird.

Den Chorbogen flankieren zwei Seitenaltäre, die ebenfalls in die Zeit des Hochaltars um 1710 zu setzen sind. Sie sind wie der Hochaltar Zweilsäulenretabel mit verkröpften Segmentgiebeln. Die in düsteren Farben gemalten und wenig Bildtiefe vermittelnden Altarblätter schuf ebenfalls Hans Georg Asam. Der rechte Seitenaltar würdigt den hl. Michael, dessen Rüstung bezeichnet ist mit: 1710 G. Asam. Der linke Seitenaltar ist der Heiligen Familie gewidmet und entstand unter Mitwirkung von Cosmas Damian Asam.

Die Kanzel bildet einen Teil der Barockausstattung und hebt sich kontrastvoll von dem elfenbeinfarbenen Hintergrund des nördlichen Langhauspfeilers ab. Ihre braungrün melierte Brüstung wird durch Säulchen gegliedert, zwischen denen sich jeweils in Muschelnischen die Statuetten der Evangelisten befinden.

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Filialkirche St. Nikolaus in

Rammersberg

bi_kram1.jpg (17739 Byte)Die 20 Minuten zu Fuß von Lengenfeld auf einer Anhöhe in einem stillen Seitental liegende Ortschaft Rammersberg dürfte ursprünglich als Burgstall für ein Adelsgeschlecht gedient haben. Bereits 1189 wird der Dienstmann des Grafen Otto von Velburg, Otto von 'Ramsperg' erwähnt und 1191 fungiert Pilgrin von 'Ramesberg' als Zeuge im Kloster Ensdorf (Graf 1875, S. 222).

Die Rammersberger Kirche wurde an Stelle einer mittelalterlichen Vorgängerkirche im Jahr 1654, also bereits sechs Jahre nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges, errichtet. Sie ist ein schlichter Saalbau mit Satteldach zu zwei Fensterachsen. Auf dem trutzigen Turmunterbau aus dem Mittelalter wurde nun ein eingezogenes achteckiges Glockengeschoß mit Zwiebeldach aufgesetzt. Der gegen 1680 entstandene Hochaltar verehrt im Schrein die lebensgroße Holzfigur des hl. Nikolaus.

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