Volksschule Velburg |
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Velburg gehörte ursprünglich zur
Ur-Pfarrei Oberweiling. 1574 erfolgte die Abtrennung und es entstand eine eigene
Pfarrei zu Velburg. Zur Pfarrei Velburg gehören heute 4 Kirchen: Stadtpfarrkirche St. Johannes, Friedhofskirche, Wallfahrtskirche Herz Jesu und die Kirche St. Wolfgang, Stadtpfarrkiche
St. Johannes Die Stukkaturen im Chor und Langhaus
weisen feine Akanthusranken ( und Laubgirlanden), dazwischen kleine Vasen mit Blumen,
Rosen und Trauben auf. Der
elegante Stuck steht weiß auf farbigem Grund. Am Triumphbogen wird von zwei Engeln eine
Kartusche getragen, die die Inschrift trägt: DiVo et plo Christl praeCVrsorl reparatVM,
ein Chronogramm, das die Jahreszahl 1720 ergibt.Die Deckenfresken: Es ist weder der Stukkateur noch der Freskenmaler mit Namen bekannt. Im Chor zeigt das Deckenbild das Allerheiligste in der Monstranz, das von den in der Pfarrei besonders verehrten Heiligen (Mutter Gottes, hl. Josef, hl Johannes, hl. Anna, hl. Sebastian, hl. Ignatius, hl. Franz Xaver, hl. Katharina, hl. Wolfgang, hl. Leonhard) angebetet wird; darüber thront Gott Vater. Ein Engel hält eine Ansicht der stark befestigten Stadt Velburg, die sich gleichsam dem Schutze Gottes und der Fürbitte dieser Heiligen besonders anvertrauen will. Im Mittelschiff sind Szenen aus der Geschichte des hl. Johannes des Täufers: in der Mitte die Predigt des hl. Johannes und seine Enthauptung; in den Ovalen rechts die Heimsuchung Mariens, und Johannes im Kerker empfängt die Botschaft Jesu; links das Opfer des Zacharias und die Geburt des Johannes. Auf blaugrauen Schildern sind goldene Schriftworte in lateinischer Sprache angebracht, die sich auf das Leben des hl. Johannes beziehen. Alle diese Schriften kamen erst bei der Restaurierung 1959 zum Vorschein. ![]() Das Bild über der Orgelempore stellt die Kirche von Velburg mit dem hl. Johannes als ihrem Patron dar, zu Füßen knien mehrere Stifter. Die zweite, untere Empore war ursprünglich der Standpunkt der Orgel. Die obere Empore wurde für den Musik-Chor eingezogen, damit die Männer der Pfarrei Velburg auf der unteren ihren Platz haben und zum Altar sehen können. Die Fresken im südlichen Seitenschiff stellen die beiden Türkenschlachten von 1683 (Wien) und 1571 (Lepanto) dar, welche laut Inschrift "geschlagen wurden, ganz ohne Gefahr durch den Hl. Rosenkranz". Das dritte Bild stellt den Sieg des Prinzen Eugen vor Peterwardein (1697) dar, bei dem der Legende nach die Mutter Gottes Steine auf die Angreifer warf. Die Inschrift lautet: "Die Schlacht wird abgewandt wegen des Hl. Rosenkranzes". Der Sinn dieser Legende: Wer vertrauensvoll in einem bedeutsamen Anliegen den Himmel bestürmt, wird zur rechten Zeit von oben Hilfe erfahren. Im linken Seitenschiff sehen wir im vorderen Bild, wie der hl. Dominikus von der Mutter Gottes den Rosenkranz empfängt. Das zweite und dritte Bild, bei dem jeweils ein Kirchenraum während einer Predigt dargestellt wird, illustriert laut Inschrift: Der Rosenkranz ist "ein Gericht und Verstößung der Ketzer" und "eine Furcht und Schröckheit der Teufelei". Ausstattung: Der Hochaltar ist ein stattlicher Barockaufbau, wie um 1700 üblich: schwarze Architektur mit viel Goldornamenten und bunten Säulen. Er unterscheidet sich von den bekannten Werken dieser Art aber
dadurch, daß der mittlere Teil mit dem Altarblatt der perspektivischen Wirkung zuliebe um
ca. 2 m weiter nach rückwärts gestellt ist, was eine imposante Tiefenwirkung zur Folge
hat. Diese merkwürdige Altarlösung hat ihr Vorbild in dem heute nicht mehr vorhandenen
Choraltar des Straßburger Münsters. Der Pflegsverwalter und Kastner Johann Rudolf von
Windisch hat ihn danach machen lassen. Der genannte Pflegsverwalter scheint bei der
Neuausstattung der Kirche, die in den 20er Jahren des 18. Jahrhunderts geschaffen wurde,
maßgeblich mitgewirkt zu haben. Dabei hat man sich eines Velburger Bildhauers bedient,
nämlich des Johann Michael Schaller. Von diesem stammt offenbar auch der Hochaltar mit
seinen Plastiken. Zu beiden Seiten stehen die überlebensgroßen Figuren des hl. Sebastian
und der hl. Katharina sowie die beiden großen Engelsfiguren. Darüber der Aufzug, bei dem
von vier großen Voluten ein Baldachin gebildet wird, unter welchem, wie dies bei
Barockaltären üblich ist, Gott Vater und der Hl. Geist thronen. Das Altarblatt stellt
die Taufe Jesu durch Johannes dar. Dieses wurde möglicherweise von einem früheren und
einfacheren Altar übernommen. Es wurde gemalt von Jakob Heybel. Zu beiden Seiten des
Tabernakels sind je zwei der vier Evangelisten in Nischen aufgestellt. Das schöne
Antependium mit den Akanthusranken befand sich bis 1959 in St. Wolfgang. Es wurde zugleich
mit der Kanzel, die ebenfalls in St. Wolfgang abgestellt war, wieder in die Pfarrkirche
zurückgenommen.
Friedhofskirche St. Anna Die am südlichen Ortseingang von Velburg gelegene Kirche hat, wie sich anläßlich der Restaurierung herausstellte, einen gotischen Mauerkern. Die schmalen, lanzettförmigen Fenster weisen darauf hin, daß das Chörchen der Zeit um 1400 angehört. Der Langhaus- anbau entstand in der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts; er ist mit einer Flachdecke über einer Hohlkehle versehen. Die Decke trägt Rahmen- und Rankenstuck aus der Zeit um 1720. Innerhalb des Stuckrahmens ein Fresko der Immaculata, über deren Haupt eine Krone mit den Zeichen des Tierkreises schwebt. Engelköpfe und Putten umgeben die Darstellung. Ein Engel trägt einen Spiegel als Hinweis auf die
Anrufung der Litanei: "Spiegel der Gerechtigkeit". Das Chörchen ist innen
ebenfalls barockisiert und trägt über kräftigen Wandpfeilern ein hochgestelztes
Gewölbe.
Der besondere Reichtum der Ausstattung der Kapelle besteht in drei spätgotischen Altären. Besonders bemerkenswert ist der schlanke Hochaltar. Die Hauptdarstellung ist ein Relief der Krönung Mariens. Dies könnte erklären, warum die Kirche ehedem Marienkapelle geheißen hat.
Andererseits läßt der Umstand, dass auf den Flügeln vier heilige
Rittergestalten auftreten, daran denken, dass der Altar aus dem ehemaligen Schloß hierher gebracht worden sein
könnte. Die vier Ritter sind: Georg mit dem Drachen, Sebastian mit dem Baumstamm, Florian
mit dem Löscheimer und Eustachius mit dem Hirschkopf. Die Heiligen sind als Ritter in
vollständiger Ausrüstung, wie man sie z. Z. Kaiser Maximilians I. getragen hat,
dargestellt; sie haben noch das spätgotische Lockenhaar, nur St. Sebastian hat bereits
den Maximiliansschnitt des Haares, die sog. "Kolbe". An den Außenseiten der
Flügel sind die Reste von gemalten Martyriumsszenen weiblicher Heiliger zu sehen.
Erkennbar ist noch St. Katharina, die mit dem Schwert hingerichtet wird.
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Allmonatlich wird der Herz-Jesu-Freitag mit einem feierlichen Amt begangen.Eine besondere Gestaltung erfährt das Herz-Jeseu-Fest im Juni. Zu diesem Fest sowie an anderen Tagen kommen Wallfahrtszüge aus Kirchenehrenbach (Franken) Allersberg, Möning, Neumarkt und Woffenbach. Auch die Aloisiusandachten im Sommer auf dem Herz-Jesu-Berg finden regen Zuspruch. eine Herz-Jesu-Bruderschaft besteht in Velburg seit dem Jahre 1791.
St. Wolfgang (Wallfahrtskirche) St.
Wolfgang, eine halbe Gehstunde ostwärts von Velburg, war früher eine berühmte
Wallfahrtskirche, die im 30-jährigen Krieg verfiel. Nach einer Bauinschrift an der
Außenwand wurde die Kirche 1467 erbaut. Das Chorgewölbe hat farblich aufgestückelte
Rippen. Die Schlußsteine tragen Wappen (Pfalz-Bayern, Wispeck, Stadt Velburg). Das
Langhaus, heute flach gedeckt, hatte früher ebenfalls ein Rippengewölbe. Das
Deckengemälde zeigt allegorische (sinnbildliche, gleichnishafte) Figuren.
Die Emporenbrüstung enthält Darstellungen aus dem Leben des hl. Wolfgang. Bemerkenswert sind die spätgotischen Beschläge der Sakristeitür. Die Kom- munionbank ist alte Oberpfälzer Drechselarbeit.
In der Predella (oberste Altarstufe): Christus und die Apostel. Berühmt sind die Darstellungen der 4 Evangelisten auf den Altarflügeln. Der Maler hat alle Gegenstände der damaligen Schreibstuben exakt festgehalten: Matthäus spitzt mit einem Messercehn einen Gänsefederkiel zum Schreiben. Markus (Löwe) gießt aus einer Tintenflasche schwarze Tinte in sein Tintenglas. Lukas (Stier) öffnet am Morgen oder schließt am Abend seinen Schreibtisch. Johannes (Adler) schreibt mit Federkiel; über ihm eine Kalender mit Tierkreiszeichen. Selbst das neugierige Mäuslein unter dem Schreibpult des hl. Johannes wurde nicht vergessen. So ist jede der Schreibstuben detailgerecht gestaltet. Beachtlich die beiden Seitenaltäre mit Darstellungen der Mutter Gottes, des Johannes d. Täufers und d. Evangelist. |
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