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Sehenswürdigkeiten der Stadtgemeinde Velburg

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Velburg - Pfarrei

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Pfarrei Stadtpfarrkirche Wallfahrt Herz Jesu St. Anna
St. Wolfgang

Quellenhinweis: Bilder und Texte stammen aus dem Kirchenführer der Pfarrei Velburg und wurden freundlicher Weise kostenlos von dem Verlag Schnell & Steiner GMBH aus München für diesen Zweck zur Verfügung gestellt.

Pfarrei Velburg

Velburg gehörte ursprünglich zur Ur-Pfarrei Oberweiling. 1574 erfolgte die Abtrennung und es entstand eine eigene Pfarrei zu Velburg.
Auf Geheiß des jeweiligen Herrschers mußten die Bewohner des öfteren den Glauben wechseln. Sie waren katholisch, calvinistisch, katholisch, lutherisch, calvinistisch. Nach der Schlacht am Weißen Berg 1618 kehrte Velburg zum katholischen Glauben zurück.

Der durch seine Geschichtsforschung in der Diözese Eichstätt verdiente Prälat Franz Xaver Buchner (er schrieb auch eine Schulgeschichte des Bistums Eichstätt mit viel Material über Velburg) zählt in dem Buch des Meißener Bischofs Christian Schreiber "Wallfahrten durch deutsche Lande" (bei den Wallfahrtskirchen der Diözese Eichstätt) für Velburg fünf Wallfahrtkapellen auf: St. Anna, St. Koloman, St. Wolfgang, St. Leonhard (Spitalkirche) und Herz Jesu. Velburg war, das zeigt schon dieser Einleitungstext, in früherer Zeit ein Zentralpunkt auch für das religiöse Leben. Es kamen täglich große Wallfahrtszüge in Prozessionen an. Noch heute gibt es vor der Stadt Velburg einen Platz, der Pilgram heißt. Hier sammelten sich die Wallfahrtszüge, um geschlossen, in Ordnung betend und singend durch die Stadt zu ziehen. Für manche war St. Wolfgang nur eine Durchgangsstation zu der St.-Wolfgangs-Kirche am Wolfgangsee im Salzkammergut. Die Reformation ließ auch dieses religiöse Leben um Velburg völlig zum Erliegen kommen.

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Die Kirchen der Pfarrei

Zur Pfarrei Velburg gehören heute 4 Kirchen: Stadtpfarrkirche St. Johannes, Friedhofskirche, Wallfahrtskirche Herz Jesu und die Kirche St. Wolfgang,

Stadtpfarrkiche St. Johannes
bi_vel17.jpg (9469 Byte)Baugeschichte: Von der ersten Kirche in Velburg, die wohl um die Mitte des 13. Jahrhunderts, also zu dem Zeitpunkt, da die Stadt angelegt wurde, errichtet worden war, steht heute nur mehr der Unterbau des Turmes. Die jetzige Kirche weist drei Bauabschnitte auf. Am ältesten sind das Mittelschiff und das Presbyterium. Dieser Bauteil ist in der späten Gotik errichtet worden, vermutlich im Ausgang des 15. Jahrhunderts. Das Äußere des Presbyteriums läßt mit seinen spätgotischen Fenstern und den Strebepfeilern den gotischen Charakter des Bauwerkes heute noch deutlich erkennen. An diesen einschiffigen Kirchenraum wurde wahrscheinlich im Laufe des 16. Jahrhunderts ein Seitenschiff angebaut. Diese nun zweischiffige Kirche erhielt ein einheitliches Dach, dessen Giebel im heutigen Bau noch vorhanden ist. Als schließlich in den Jahren 1717-1721 durch den Baumeister Georg Puchtler von Lengenfeld ein rechtes Seitenschiff angefügt wurde, hat man das Dach nur heruntergezogen, den Giebel aber nicht verändert. Der Turm wurde in der Zeit der Gotik erhöht und schließlich 1665 von dem Velburger Zimmermeister Martin Halbmaier mit einer barocken Zwiebel über einem Achteckaufsatz versehen. Die Jahreszahl 1665, dazu das Bild des Kirchenpatrons befinden sich am Dach des Turmes.

bi_vel32.jpg (13446 Byte)Die Stukkaturen im Chor und Langhaus weisen feine Akanthusranken ( und Laubgirlanden), dazwischen kleine Vasen mit Blumen, Rosen und Trauben auf. Der elegante Stuck steht weiß auf farbigem Grund. Am Triumphbogen wird von zwei Engeln eine Kartusche getragen, die die Inschrift trägt: DiVo et plo Christl praeCVrsorl reparatVM, ein Chronogramm, das die Jahreszahl 1720 ergibt.
Die Deckenfresken: Es ist weder der Stukkateur noch der Freskenmaler mit Namen bekannt. Im Chor zeigt das Deckenbild das Allerheiligste in der Monstranz, das von den in der Pfarrei besonders verehrten Heiligen (Mutter Gottes, hl. Josef, hl Johannes, hl. Anna, hl. Sebastian, hl. Ignatius, hl. Franz Xaver, hl. Katharina, hl. Wolfgang, hl. Leonhard) angebetet wird; darüber thront Gott Vater. Ein Engel hält eine Ansicht der stark befestigten Stadt Velburg, die sich gleichsam dem Schutze Gottes und der Fürbitte dieser Heiligen besonders anvertrauen will. Im Mittelschiff sind Szenen aus der Geschichte des hl. Johannes des Täufers: in der Mitte die Predigt des hl. Johannes und seine Enthauptung; in den Ovalen rechts die Heimsuchung Mariens, und Johannes im Kerker empfängt die Botschaft Jesu; links das Opfer des Zacharias und die Geburt des Johannes. Auf blaugrauen Schildern sind goldene Schriftworte in lateinischer Sprache angebracht, die sich auf das Leben des hl. Johannes beziehen. Alle diese Schriften kamen erst bei der Restaurierung 1959 zum Vorschein. bi_vel32a.jpg (27701 Byte)
Das Bild über der Orgelempore stellt die Kirche von Velburg mit dem hl. Johannes als ihrem Patron dar, zu Füßen knien mehrere Stifter. Die zweite, untere Empore war ursprünglich der Standpunkt der Orgel. Die obere Empore wurde für den Musik-Chor eingezogen, damit die Männer der Pfarrei Velburg auf der unteren ihren Platz haben und zum Altar sehen können. Die Fresken im südlichen Seitenschiff stellen die beiden Türkenschlachten von 1683 (Wien) und 1571 (Lepanto) dar, welche laut Inschrift "geschlagen wurden, ganz ohne Gefahr durch den Hl. Rosenkranz". Das dritte Bild stellt den Sieg des Prinzen Eugen vor Peterwardein (1697) dar, bei dem der Legende nach die Mutter Gottes Steine auf die Angreifer warf. Die Inschrift lautet: "Die Schlacht wird abgewandt wegen des Hl. Rosenkranzes". Der Sinn dieser Legende: Wer vertrauensvoll in einem bedeutsamen Anliegen den Himmel bestürmt, wird zur rechten Zeit von oben Hilfe erfahren.
Im linken Seitenschiff sehen wir im vorderen Bild, wie der hl. Dominikus von der Mutter Gottes den Rosenkranz empfängt. Das zweite und dritte Bild, bei dem jeweils ein Kirchenraum während einer Predigt dargestellt wird, illustriert laut Inschrift: Der Rosenkranz ist "ein Gericht und Verstößung der Ketzer" und "eine Furcht und Schröckheit der Teufelei".

Ausstattung: Der Hochaltar ist ein stattlicher Barockaufbau, wie um 1700 üblich: schwarze Architektur mit viel Goldornamenten und bunten Säulen. Er unterscheidet sich von den bi_vel33.jpg (30370 Byte)bekannten Werken dieser Art aber dadurch, daß der mittlere Teil mit dem Altarblatt der perspektivischen Wirkung zuliebe um ca. 2 m weiter nach rückwärts gestellt ist, was eine imposante Tiefenwirkung zur Folge hat. Diese merkwürdige Altarlösung hat ihr Vorbild in dem heute nicht mehr vorhandenen Choraltar des Straßburger Münsters. Der Pflegsverwalter und Kastner Johann Rudolf von Windisch hat ihn danach machen lassen. Der genannte Pflegsverwalter scheint bei der Neuausstattung der Kirche, die in den 20er Jahren des 18. Jahrhunderts geschaffen wurde, maßgeblich mitgewirkt zu haben. Dabei hat man sich eines Velburger Bildhauers bedient, nämlich des Johann Michael Schaller. Von diesem stammt offenbar auch der Hochaltar mit seinen Plastiken. Zu beiden Seiten stehen die überlebensgroßen Figuren des hl. Sebastian und der hl. Katharina sowie die beiden großen Engelsfiguren. Darüber der Aufzug, bei dem von vier großen Voluten ein Baldachin gebildet wird, unter welchem, wie dies bei Barockaltären üblich ist, Gott Vater und der Hl. Geist thronen. Das Altarblatt stellt die Taufe Jesu durch Johannes dar. Dieses wurde möglicherweise von einem früheren und einfacheren Altar übernommen. Es wurde gemalt von Jakob Heybel. Zu beiden Seiten des Tabernakels sind je zwei der vier Evangelisten in Nischen aufgestellt. Das schöne Antependium mit den Akanthusranken befand sich bis 1959 in St. Wolfgang. Es wurde zugleich mit der Kanzel, die ebenfalls in St. Wolfgang abgestellt war, wieder in die Pfarrkirche zurückgenommen.

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Maria Königin des Himmels am linken Seitenaltar der Pfarrkiche

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St. Johannes Nepomuk, Holzfigur um 1710, in der Pfarrkirche

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"Anna Selbdritt", um 1530, in der Pfarrkiche

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Josefs-Altar in der Pfarrkirche, Seitenfiguren hl. Ignatius und hl. Franz Xaver

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Marienaltar in der Pfarrkirche, Seitenfiguren hl. Dominikus und hl. Katharina v. Siena

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Friedhofskirche St. Anna

Die am südlichen Ortseingang von Velburg gelegene Kirche hat, wie sich anläßlich der Restaurierung herausstellte, einen gotischen Mauerkern. Die schmalen, lanzettförmigen Fenster weisen darauf hin, daß das Chörchen der Zeit um 1400 angehört. Der Langhaus- anbau entstand in der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts; er ist mit einer Flachdecke über einer Hohlkehle versehen. Die Decke trägt Rahmen- und Rankenstuck aus der Zeit um 1720. Innerhalb des Stuckrahmens ein Fresko der Immaculata, über deren Haupt eine Krone mit den Zeichen des Tierkreises schwebt. Engelköpfe und Putten umgeben die Darstellung. Ein Engel trägt einen Spiegel als Hinweisbi_vel35.jpg (9660 Byte) auf die Anrufung der Litanei: "Spiegel der Gerechtigkeit". Das Chörchen ist innen ebenfalls barockisiert und trägt über kräftigen Wandpfeilern ein hochgestelztes Gewölbe.

Der besondere Reichtum der Ausstattung der Kapelle besteht in drei spätgotischen Altären.

Besonders bemerkenswert ist der schlanke Hochaltar. Die Hauptdarstellung ist ein Relief der Krönung Mariens. bi_vel39.jpg (22942 Byte)Dies könnte erklären, warum die Kirche ehedem Marienkapelle geheißen hat. Andererseits läßt der Umstand, dass auf den Flügeln vier heilige Rittergestalten auftreten, daran denken, dass der Altar aus dem ehemaligen Schloß hierher gebracht worden sein könnte. Die vier Ritter sind: Georg mit dem Drachen, Sebastian mit dem Baumstamm, Florian mit dem Löscheimer und Eustachius mit dem Hirschkopf. Die Heiligen sind als Ritter in vollständiger Ausrüstung, wie man sie z. Z. Kaiser Maximilians I. getragen hat, dargestellt; sie haben noch das spätgotische Lockenhaar, nur St. Sebastian hat bereits den Maximiliansschnitt des Haares, die sog. "Kolbe". An den Außenseiten der Flügel sind die Reste von gemalten Martyriumsszenen weiblicher Heiliger zu sehen. Erkennbar ist noch St. Katharina, die mit dem Schwert hingerichtet wird.

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Die Wallfahrtskirche "Herz Jesu"

Sie hat zwei Besonderheiten aufzuweisen:

bi_vel38.jpg (11695 Byte)Sie ist die einzige Herz Jesu Wallfahrtskirche in Bayern und die künstlerisch wertvollste der drei Herz Jesu Wallfahrts- kirchen Deutschlands.

Um 1730 errichteten zwei Eremiten aus dem Rheingau eine Kapelle zum hl. Grabe. Auf dem höchsten Punkt des Berges wurden drei Kreuze aufgestellt. Die kleine Kapelle wurde 1770 und 1792  zu einem achteckigen Zentralbau erweitert. Sehenswert sind die Votivbilder der Kirche und das des Kunst malers Wild aus Amberg.

 

 

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Der Altarraum mit dem Herz-Jesu-Bild

Das Wallfahrtsbild

Allmonatlich wird der Herz-Jesu-Freitag mit einem feierlichen Amt begangen.Eine besondere Gestaltung erfährt das Herz-Jeseu-Fest im Juni. Zu diesem Fest sowie an anderen Tagen kommen Wallfahrtszüge aus Kirchenehrenbach (Franken) Allersberg, Möning, Neumarkt und Woffenbach. Auch die Aloisiusandachten im Sommer auf dem Herz-Jesu-Berg finden regen Zuspruch. eine Herz-Jesu-Bruderschaft besteht in Velburg seit dem Jahre 1791.

 

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St. Wolfgang (Wallfahrtskirche)

bi_vel42.jpg (12811 Byte)St. Wolfgang, eine halbe Gehstunde ostwärts von Velburg, war früher eine berühmte Wallfahrtskirche, die im 30-jährigen Krieg verfiel. Nach einer Bauinschrift an der Außenwand wurde die Kirche 1467 erbaut. Das Chorgewölbe hat farblich aufgestückelte Rippen. Die Schlußsteine tragen Wappen (Pfalz-Bayern, Wispeck, Stadt Velburg). Das Langhaus, heute flach gedeckt, hatte früher ebenfalls ein Rippengewölbe. Das Deckengemälde zeigt allegorische (sinnbildliche, gleichnishafte) Figuren.

 

Die Emporenbrüstung enthält Darstellungen aus dem Leben des hl. Wolfgang. Bemerkenswert sind die spätgotischen Beschläge der Sakristeitür. Die Kom- munionbank ist alte Oberpfälzer Drechselarbeit.

 

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Die Kirche St. Wolfgang mit ihren drei gotischen Altären und Gewölberippen

Der Hochaltar, ein spätgotischer Flügelaltar des ausgehenden
15. Jahrhunderts, birgt in seinem Schrein die Figuren des hl. Willibald, des hl. Sebastian und des
hl. Wolfgang.

In der Predella (oberste Altarstufe): Christus und die Apostel. Berühmt sind die Darstellungen der 4 Evangelisten auf den Altarflügeln. Der Maler hat alle Gegenstände der damaligen Schreibstuben exakt festgehalten: Matthäus spitzt mit einem Messercehn einen Gänsefederkiel zum Schreiben. Markus (Löwe) gießt aus einer Tintenflasche schwarze Tinte in sein Tintenglas. Lukas (Stier) öffnet am Morgen oder schließt am Abend seinen Schreibtisch. Johannes (Adler) schreibt mit Federkiel; über ihm eine Kalender mit Tierkreiszeichen. Selbst das neugierige Mäuslein unter dem Schreibpult des hl. Johannes wurde nicht vergessen. So ist jede der Schreibstuben detailgerecht gestaltet.

Beachtlich die beiden Seitenaltäre mit Darstellungen der Mutter Gottes, des Johannes d. Täufers und d. Evangelist.

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